Sehenswürdigkeiten in Volkach

Mittelpunkt der Stadt ist der Marktplatz mit dem Rathaus.
Sitz der Verwaltung und des Verkehrsamtes.

Als Nachfolger eines 1484 erwähnten "burgerhauses" wurde 1544 das neue Rathaus errichtet. Es musste vielfältige Aufgaben erfüllen: Amtsgebäude für den Rat, für seine Versammlungen und für das Gericht. Weiterhin war es Stätte des Handels. Die Markthalle im Untergeschoss hatte eine breite Toreinfahrt und war abgestützt mit mächtigen Holzsäulen. Der Zugang zum Obergeschoss führte von Anfang an über die Freitreppe an der Außenseite und endete in einem Verkünderker mit Maßwerkbrüstung. Unter dieser Treppe lag das Narrenhäuschen, wo kleinere Vergehen abzusitzen waren. Eine verborgene Wendeltreppe führte hinab in die Gewölbe des Ratskellers, damit die Ratsherren im "Faß der Erkenntnis" Rat suchen und finden konnten. Im Obergeschoss fanden oft Feste der Bürgerschaft statt: Neujahrsempfänge, Hochzeiten und Feiern vieler Art. 1678 wurde sogar ein Rittertag abgehalten. Im zweiten Obergeschoss waren Verwaltung, Stadtkasse und Archiv untergebracht. Über der alten Einfahrtshalle im Untergeschoss findet der Besucher den runden Schlussstein mit dem Wappen der Stadt Volkach und der Umschrift: "WO DERN HER NICHT DAS HAUS BAWT SO ERBEVTEN UMB (sonst)", sowie am Bogenscheitel die Jahreszahl 1544. Das Rippengewölbe im Erkertürmchen schließt mit dem Wappen des Fürstbischofs Melchior von Zobel. Die Dielen in den beiden Obergeschossen zeigen die alte Balkendecke der Erbauungszeit. Wappensteine des Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn im Treppenhaus sowie im oberen Eingang. Zeugnis von der langen Geschichte des Hauses geben die zahlreichen Portraits der einstigen Landesherren in den Fluren und in den Amtsräumen. 1980 schuf Prof. Oskar Martin-Amorbach das Historiengemälde im Sitzungssaal: "Die Volkacher Bürgerschaft begrüßt ihren neuen Stadtherren Lorenz von Bibra (1510)." Marktbrunnen (1480) mit achtseitigem Becken (um 1720 erneuert), Figur der Maria - Immaculata. Alte Bürgerhäuser an den vier Marktseiten.


Stadtkirche St. Bartholomäus (kath.)

 an Stelle einer älteren St. Georgs-Kirche 1413 Chor / 1472 Langhaus / 1512  Turm (54 m hoch). Inneneinrichtung mit Renaissancetaufstein (1559),  Barockaltären (u. a. J. P. Wagner, G. A. Urlaub, P. Geist) und Rokokostuck  (18. Jh.). An Westseite Nikolauskapelle (1463) am Ort der ältesten Kirche  St. Michael.






Alte Lateinschule
(15.-19. Jh.) Fachwerkbau.

Kloster der Franziskanerinnen
auf dem Areal des karolingischen Königshofes, später Castell'scher Vogteihof.

Alte Würzburger Amtskellerei
Rokokobau 1730, Sitz des fürstbischöflichen Amtskellers, später Posthalterei.

Oberes (Sommeracher) Tor

 (18m) im Kern 13. Jh.; 1597 umgebaut und mit Zwingerhof und  Flankierungstürmen versehen (1875 abgebrochen); enthielt Stadtgefängnis  (Diebenturm). Über der Durchfahrt Wappen des Fürstbischofs Julius Echter  und der Stadt Volkach. Anschließend Reste der alten Stadtmauer (13. Jh.),  des Zwingers und des Grabens, die einst in einem Oval die ganze Altstadt  umgaben, heute nur teilweise sichtbar, teils verbaut. Ein wahres Schmuckstück von Franken!






Der Obere Markt

war einst Verkehrsknoten und Handelsplatz ("Saumarkt") für das Umland sowie Sitz der Weinhändler und Küfer. St. Michael (evg.) anfg. 15. Jh. "St. Maria vor den Mauern" mit Tympanon "Krönung Mariens" (ca. 1420) über dem Westportal, seit 16. Jh. Friedhofskapelle. Daneben ehemaliges Spital und Seelhaus (1504), sowie Geburtshaus des fränkischen Malers Peter Geist (1816 - 1867). Künstlerische Neugestaltung des Platzes mit Wasser als Symbol für den Stadtnamen (Ache) und Bronzereliefs, die an die Vergangenheit erinnern; Siegel des fränkischen Königs Ludwig, der Volkach 906 dem Kloster Fulda schenkt; Wappen der Grafen zu Castell, die Volkach um 1258 zur Stadt erheben; Darstellung des Marktrechtes von 1406; Übergang der Stadt in den Besitz der Fürstbischöfe von Würzburg um 1520; Eingliederung in das Königreich Bayern 1814; Beginn der neuen Zeit mit erster Mainbrücke 1892 und Anschluss an das Eisenbahnnetz 1909; Eingemeindungen von zehn Ortschaften nach 1972. Vor dem Tor eine moderne Gestaltung des Volkacher Stadtwappens mit dem Fränkischen Rechen (Muschelkalk) und dem Fluss (Bronzeguss) sowie im Pflaster die Umrisse der früheren Vortore.


Rentamt
(16./17. Jh.) einst Kapitelshof und Kellerei des Würzburger Domkapitels mit Renaissancegiebel.


Pfarrhof
Teil des alten Kapitelhauses, über der Toreinfahrt Hausmadonna mit spielenden Jesus und Johannesknaben, Fachwerk im Innenhof.


Bürgerhaus
mit Volutengiebel und Wappen des Fürstbischofs Friedrich von Wirsberg (1558 - 1573) sowie Volkacher Bürger (1574).


Schelfenhaus

 der Handelsmann und Ratsherr Johann Georg Adam SCHELF  ließ sich 1719/20 ein barockes "Stadtpalais" als Zeugnis  bürgerlicher Prachtentfaltung errichten.
 Die Brüstung der Fenster an der Straßenfront sind mit Früchten  und Blättern verziert, deren Formen auch vom Dachgesims  aufgegriffen werden. Die Fensterflucht wird eingefasst von zwei  Ecklisenen mit reich geschmückten Kapitellen.
 Das Hauptportal trägt über dem Eingang links das Wappen des  Erbauers: ein Mann hält in seiner Hand den Apfel, um den sich  eine Schale (= Schelfe) ringelt. Das rechte Gegenstück zeigt  das Wappen seiner Ehefrau Margaretha Anna Regina aus der  angesehenen Familie Balbus des Würzburger Amtskellers in  Volkach: über zwei erniederten Sparren einen Adler mit  geöffneten Flügeln. Über dem Einfahrtstor steht als  Schutzherrin eine lebensgroße Marienfigur. Im  TREPPENHAUS führt eine Balusterbrüstung nach oben.




Im OFENSAAL besonders schöne Stuckdecke mit Bandwerk, Lambrequins und Putten. Farbenfrohe Deckengemälde mit Szenen aus der griechischen Mythologie. Im Mittelfeld Aphrodite, umgeben von kleinen Eroten, und Ares sowie beider Sohn Eros. Der bärtige Alte kann als Meeresgott gedeutet werden. Die Eckbilder beziehen sich auf die Liebesaffären der Göttin.

Prunkstück des Raumes ist ein großer schwarzer Aufsatzofen, reich geschmückt mit biblischen Motiven und den Inschriften: "ABSOLON SEIN VATER VERFOLGET HET - AM BAUM BLIEB HANGEN WIRD GEDOT" und: "SAULUS DER CHRISTENVERFOLGER - BALD DURCH CHRISTUM STURM BEKERT MIT GEWITTER - 1711". Tönerner Aufbau mit Putten, Frauengestalten und Fruchtsymbolen. Im BILDERSAAL herrliche Stuckdecke: die Hauptbilder zeigen Dionysos, den Gott des Weines mit seinem Anhang bei einem Gelage - und wieder Aphrodite, Ares und Eros. In den Ecken Darstellungen aus der griechischen Mythologie: Phantasiewesen des Meeres - Tritonen und Nereiden. In der PROF. RÖSSER STUBE wird die Mitte durch ein Stuckrelief markiert: eine Frauengestalt zeigt auf das Wappen der Familie Balbus, aus der die Ehefrau des Erbauers stammt, umgeben von Putten, welche die vier Jahreszeiten darstellen.
Der WEISSE SAAL im rückwärtigen Gebäude zeigt eine Stuckdecke mit Motiven von Brunnen in den vier Ecken sowie Wasserpflanzen und Wasservögel. Die Räume im Obergeschoss dienen heute Repräsentationszwecken, der erneuerten Seitentrakt beherbergt die Stadtbibliothek.


Gänseplatz

 mit typischen Häckerhäusern aus Muschelkalkstein.







Echterhof

1605 als fürstbischöfliches Amtshaus durch Valentin Echter von Mespelbrunn erbaut, an Stelle des früheren Rückerhofes (Lehen des Domkapitels), später Vogteihof des Würzburger Juliusspitals, 1817 bis 1967 Landgericht bzw. Amtsgericht. Renaissancefront mit Echterwappen über dem Rundportal.


Handwerkerhaus

In der unteren Spitalgasse altes Haus mit Fachwerkfassade.


Unteres (Gaibacher) Tor (15m)

 im Kern 13. Jh.; 16. Jh. umgebaut. Über dem Innenbogen Sandsteintafel:  "Anno 1579 // Valtin Beickner // Christofel Heldt // Bede Bürgermeister". Links  Hochwassermarke: "den 28. Hornung 1784 war das Wasser hoch bis an den  Stein an der Seite" gegenüber: "6.2.(19)09". Die untere Vorstadt vor dem Tor  war einst Fischersiedlung.







Pilgerweg

 Ein alter Pilgerweg mit Stationsbildern von 1520/21 führt auf den Kirchberg  nordwestlich der Stadt (1 km) zur Wallfahrtskirche "Maria im Weingarten", der  Urpfarrkirche der Mainschleife (1158 erwähnt); im 14. und 15. Jh. Neubau der  jetzigen, spätgotischen Kirche; "Gnadenbild der schmerzhaften Mutter" 14. Jh. und  "Maria im Rosenkranz" 1521/24 von Tilman Riemenschneider.
 geöffnet:
 
März - April 9.30 - 12 Uhr und 13.30 - 17 Uhr , Mai - Sept. 9.30 - 12 Uhr  und 13.30 - 18.00 Uhr, Okt.- Nov. 9.30 - 12 Uhr und 13.30 - 17 Uhr, Sonn- u. Feiertags 10.00 - 12.00 u. 13.30 - 17.00 Uhr
Im Mai jeden Sonntag 17 Uhr Maiandacht, im Okt. jeden Sonntag 17 Uhr Rosenkranzandacht, während der Gottesdienste keine Besichtigung. Anfang Dez. bis Ende Febr. geschlossen.


Museum Kartause in Astheim

Im malerischen Weinort Astheim gegenüber von Volkach gelegen  befindet sich die 1409 gegründete Kartause „Marienbrück“. Nach  der Säkularisation im Jahre 1803 wurde der Kreuzgang mit den  Mönchszell abgerissen. Die verbliebenen Gebäude prägen bis  heute noch das Bild des Dorfes.



Die Klosterkirche mit ihrer prächtigen barocken Ausstattung blieb  in seltener Vollständigkeit glücklicherweise erhalten. Genauso  auch die ehemalige Prokuratie, die ihre Gestalt in der Renaissance erhielt.

Im Jahre 1999 konnte die Diözese in den Gebäuden das „Museum Kartause Astheim“ eröffnen. Das Museum widmet sich der Geschichte christlicher Bildkultur.

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